Linzer Suchtstrategie

Menschen vor der Abhängigkeit bewahren

Start mit der Analyse der Ist-Situation unter Jugendlichen

Warum Menschen in den Drogenkonsum flüchten oder reinschlittern hat immer einen Grund — sei es Stress in der Schule oder im Berufsleben, Probleme und Spannungen im Privatleben, Versagensängste und vieles mehr. Ist die Abhängigkeit von Drogen und Alkohol gegeben, ist der Weg zurück nicht unmöglich, aber sehr schwierig. Besonders drogenabhängige Jugendliche werden zu einer Randgruppe in der Gesellschaft, sie können keine Ausbildung bewältigen und gehen meist keinem Beruf nach. Die Abwärtsspirale ist vorprogrammiert. Die Stadt Linz ist sich dieser Problematik bewusst und wird künftig noch intensiver entgegensteuern. Als Experte konnte dafür der Leiter des Institutes für Suchtprävention, Christoph Lagemann, gewonnen werden.

Suchtkrankheiten beginnen nicht immer im jungen Alter, weshalb in der Linzer Suchtstrategie alle Alters- und Gesellschaftsschichten und ihre Bedürfnisse entsprechend berücksichtigt werden. Das Maßnahmenpaket wird fundiert auf die unterschiedlichen Zielgruppen und deren Bedürfnisse eingehen. Ein erster Schwerpunkt der Analyse und Ausarbeitung wird auf junge Menschen gelegt.

Der „Oö. Suchtplan“ wartet mittlerweile seit neun Jahren auf seine Fertigstellung. Dieser wäre eine wichtige Grundlage für ein gebündeltes und effizientes Maßnahmenpaket. Die Stadt Linz nimmt sich nun selbst aktiv dem Thema Sucht und Suchtprävention an und geht mit der Linzer Suchtstrategie voran.

„Jeder einzelne Jugendliche, der Drogen konsumiert, ist einer zu viel. Damit betreiben sie Raubbau mit ihrem Körper und sind nicht mehr fähig, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wir versuchen bei den Ursachen anzusetzen und durch die Linzer Suchtstrategie präventiv einzuwirken. Natürlich muss das komplexe Thema von vielen Seiten betrachtet werden, eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei und der Medizin macht Sinn“, erklärt Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

„Vorsorge ist immer besser als Nachsorge! Daher fokussiert sich die Stadt Linz auf noch stärkere Aufklärung über die Gefahren von Suchtmittel jeglicher Art. Gleichzeitig ist Hilfe zur Selbsthilfe wichtig. In unserer Stadt gibt es bereits jetzt ein breites Angebot, das aber leider oftmals unbekannt ist oder ungenutzt bleibt. Das muss sich ändern! Gleichzeitig werden auch repressive Maßnahmen durch Polizei und Justiz notwendig sein, um Drogenmissbrauch hintanzuhalten“, betont Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat Michael Raml.

„Erst wenn man weiß, wo den Jugendlichen der sprichwörtliche Schuh drückt, kann mit gezielten Maßnahmen entgegengesteuert werden. Durch eine fachlich fundierte Erhebung des Ist-Zustandes kann festgestellt werden, welche Themen Jugendliche vor Ort bewegen, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert sind, welche Anliegen sie haben. Auf diese Weise können Maßnahmen gesetzt werden, die dazu beitragen können, die Lebensbedingungen und das individuelle Verhalten in Familie, Schule und dem nachbarschaftlichen Umfeld positiv und gesundheitsbewusst zu gestalten“, führt Christoph Lagemann aus.

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