Bulgariplatz – Neue Impulse für einen florierenden Stadtteil

Bürgermeister Klaus Luger

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Mehr als 1.000 neue Wohnungen in jüngster Vergangenheit

Bulgari Tower als neue Landmark

Der Statistische Bezirk Bulgariplatz erlebte in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Wandel zu einem geschäftigen Stadtteil, der auch als Wohngegend an Attraktivität gewonnen hat. Er liegt um den namensgebenden Bulgariplatz südlich des Linzer Stadtzentrums. Der Bezirk Bulgariplatz wird im Westen, Norden und Osten von den Gleisen der Westbahn, im Süden von der A7 und im Südwesten vom Zubringer zum Bahnhof begrenzt. Der Bezirk Bulgariplatz setzt sich seit 2014 aus den früheren Bezirken Andreas-Hofer-Platz-Viertel und Teilen des Makartviertels zusammen.

Im Zentrum des Bezirks, am Bulgariplatz, treffen sieben Straßenzüge, die sechs verschiedene Straßennamen tragen, aufeinander. Durch die Neubauten des AMS und des BFI auf der Westseite in den 1990er Jahren erhielt der Platz seinen typischen polygonen Charakter.

Mit 260 Hektar nimmt der Bezirk 2,7 Prozent des Stadtgebiets ein und hat aktuell 16.700 EinwohnerInnen, um 4.700 (39 Prozent) mehr als vor zehn Jahren. Beim Bevölkerungswachstum nimmt er somit eine Spitzenstellung ein.

„Der Bezirk Bulgariplatz hat vor allem im vergangenen Jahrzehnt eine dynamische Entwicklung durchlaufen. Die Steigerung der EinwohnerInnenzahl um fast 40 Prozent und der Ausbau der Infrastruktur gehen Hand in Hand. Etwa 1.700 neue Wohneinheiten wurden seit 2010 neu errichtet. Weitere 100 Wohnungen stehen kurz vor dem Baubeginn. Die neue Landmark Bulgari Tower wird für wirtschaftliche Impulse sorgen“, informiert Bürgermeister Klaus Luger.

Verglichen mit „Gesamt-Linz“ ist der Bezirk ein sehr junger Stadtteil. Beinahe 40 Prozent der Bewohnerinnen sind zwischen 20 und 40 Jahre alt (Linz: zirka 30 Prozent). Das Durchschnittsalter der BewohnerInnen liegt bei 37 Jahren.

Die dynamische Entwicklung des Bezirks setzte sich zuletzt mit der Errichtung der Grünen Mitte Linz und dem angrenzenden „winkler park“ fort. Allein in diesem Bereich sind mehr als 1.000 Neubauwohnungen entstanden. Im gesamten Bezirk Bulgariplatz entstanden seit 2010 fast 1.700 zusätzliche Wohneinheiten. Zirka drei Viertel aller Wohnungen sind Mietwohnungen.

Etwa ein Fünftel der Wohnungen hat eine Nutzfläche bis zu 40 Quadratmetern, ein Viertel eine Nutzfläche von 41 bis 60 Quadratmetern, 35 Prozent sind 61 bis 80 Quadratmeter groß und 20 Prozent umfassen mehr als 80 Quadratmeter.

Möglich wurde der Wohnungsneubau vor allem durch die Umnutzung still gelegter Betriebsareale (Frachtenbahnhof und Areal der ehemaligen Spedition Winkler). Mehr als die Hälfte des Bezirks ist nun bereits als Bauland gewidmet. Nachdem die Flächenreserven für Wohnbauten im Bezirk Bulgariplatz begrenzt sind, bietet sich an, dort wo es städtebaulich möglich ist, Hochhäuser zu errichten.

Neue Landmark

Nach einer längeren Planungsphase soll ab Herbst dieses Jahres der so genannte Bulgari Tower realisiert werden. Nach den Plänen der Linzer Architekturbüros Kneidinger und Stögmüller plant eine Linzer Immobilienfirma etwa 80 Millionen Euro an Investitionen für das 66 Meter hohe Gebäude.

Auf 20 Ebenen sollen ca. 16.000 Quadratmeter Bürofläche sowie ein Hofer-Markt im Erdgeschoß entstehen. Weiters sind 345 Tiefgaragenplätze geplant.

Fertiggestellt werden soll das Gebäude bis 2022. Ein Großteil der Büros ist bereits vermietet.

Der Bulgari Tower wird als Zwillingsturm gestaltet, als Bindeglieder zu den Nachbargebäuden sind Baukörper mit vier bis sechs Geschoßen geplant, die eine Schließung der Blockbebauung zwischen Wiener Straße und Wankmüllerhofstraße bewirken. Dort ist auch die Einfahrt in die Tiefgarage vorgesehen.

Der Turm zählt neben dem Bruckner Tower und den Campusgebäuden der Medizinischen Fakultät der JKU zu den größten aktuellen Linzer Hochbauvorhaben und wird für zahlreiche Arbeitsplätze vor Ort sorgen. Durch die Lage direkt neben der Straßenbahn ist der Neubau optimal ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen.

Bulgari Tower; Rendering: Hofmann + Partner

Grünes Licht für weitere 100 Wohnungen

Die vor zwei Jahren fertiggestellte GWG-Wohnanlage an der Gürtelstraße im Bulgariplatz-Viertel erhält ein neues Gegenüber. Ein privater Investor hat die Linzer Architekten Karl und Bremhorst mit der Neuverbauung eines 4.200 Quadratmeter großen Grundstückes an der Ecke Gürtelstraße/Richard-Wagner-Straße und der Eignerstraße beauftragt. Dort stehen derzeit ein Lebensmittel-Markt sowie Lagerhallen. Dieses Projekt hat im vergangenen Dezember „grünes Licht“ im Gestaltungsbeirat erhalten.

Das Gebäude soll im Erdgeschoß einen Supermarkt sowie ein Geschäftslokal beherbergen. Weiters sind 73 Mietwohnungen in fünf Obergeschoßen vorgesehen. Das 300 Quadratmeter große Dach des Marktes ist als Freifläche für die BewohnerInnen geplant. Ein Punkthaus an der Eignerstraße mit fünf Obergeschoßen bietet Platz für weitere 36 Wohnungen. Die Wohnungsgrößen reichen von 36 bis 80 Quadratmetern. Von den über die Richard-Wagner-Straße erschlossenen 165 Tiefgaragenplätzen sind 55 für den Supermarkt vorgesehen.

Neuer wirtschaftlicher Brennpunkt: techBASE Linz

Während der Norden und Osten des Bezirks Bulgariplatz vorrangig Wohnzwecken dienen, sind im Südosten des Viertels größere Betriebe angesiedelt, wie etwa die Brau Union oder die Firma Siemens.

In diesem Zusammenhang kann der Bezirk Bulgariplatz mit einem weiteren zukunftsorientierten Highlight aufwarten: der „techBASE Linz“ als neuem Linzer Hotspot für Wirtschaft, Forschung, Innovation und Freizeit. Auch dieses Vorhaben wurde im Dezember vom Linzer Gestaltungsbeirat positiv beurteilt.

Realisiert wird das Projekt auf dem Siemens Gelände an der Wolfgang-Pauli-Straße von Neuson Real. Geplant sind neben innovativen Firmenbüros weitere Gebäude wie ein Konferenzzentrum, Restaurants, Cafés, Geschäfte sowie ein Lebensmittelmarkt.

Die techBASE Linz soll sowohl als Innovations- und Technologieschmiede für moderne und bereits etablierte Unternehmen im Bereich der Spitzentechnologie dienen als auch jungen Unternehmen in diesem Segment Platz zur Entfaltung und Weiterentwicklung bieten.

techBASE Linz als neuer Wirtschafts-Hotspot

Zwei Bauetappen ab 2020

Das Projekt soll in zwei Bauetappen errichtet werden. Die Fertigstellung der beiden Etappen ist mit 2021 und 2023 geplant.

Übersicht techBASE, Renderings: Neuson Real 

Neben Firmenbüros und gastronomischen Einrichtungen sind auch Ausstellungsmöglichkeiten vorgesehen. Diese Erdgeschoß-Nutzungen sowie die Zugänge zu den Bürogebäuden sind um das Zentrum der „techBASE“ arrangiert. Durch die Vernetzung des ersten Obergeschoßes werden alle Baukörper miteinander verbunden. Durch die unterschiedliche Höhenentwicklung der einzelnen Gebäudeteile können weitere Terrassen für Grün- und Verweilbereiche genutzt werden.

Als markanter Hochpunkt ist ein zehngeschoßiges Gebäude im Nordwesten vorgesehen.

Poschacherstraße/Heizhausstraße

Zwischen der Poschacherstraße im Norden, der Heizhausstraße und Gleisen der ÖBB im Osten und der Mühlkreisautobahn bzw. der Samesstraße im Süden befindet sich ein großes Planungsgebiet, das auf einer Fläche von 110.000 Quadratmetern weitere Chancen für zukunftsorientierte Betriebsansiedlungen eröffnet. Eine entsprechende Bebauungsplanänderung wurde am 16. Mai 2019 vom Linzer Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Im westlichen Bereich soll dort eine Betriebsanlage der Firma Rechberger (Lagerhallen, Fachregallager, Ausstellungsräume, Büro, Anlieferung, Parkplätze) mit zirka 11.000 Quadratmetern errichtet werden. Vorrangiges städtebauliches Ziel ist es, eine geordnete Betriebsansiedlung zu gewährleisten und gleichzeitig einen sparsamen Umgang mit Flächenressourcen sicherzustellen.

Soziales und Bildung

Auch mit sozialen Einrichtungen ist der Bezirk Bulgariplatz gut versorgt. Für die Jüngeren steht ein flächendeckendes Netz von 21 Kinderbetreuungseinrichtungen (davon 11 städtischen) – in Summe 6 Krabbelstuben, 12 Kindergärten, 3 Horte mit zusammen zirka 1.420 Betreuungsplätzen zur Verfügung. Etwa 1.000 Betreuungsplätze entfallen auf die Stadt, 420 auf private Betreiber.

Hort-Erweiterung Raimundstraße

Der Hort Raimundstraße mit derzeit zehn Gruppen erhält bedarfsgerecht bis zum heurigen Herbst vier zusätzliche Gruppenräume sowie einen Bewegungsraum im zweiten Obergeschoß. Die Flächen wurden früher vom BBRZ genutzt. Die Stadt Linz investiert etwa 300.000 Euro in die Adaptierung und Möblierung dieser Räumlichkeiten.

Drei Senioreneinrichtungen

Weiters befindet sich im statistischen Bezirk Bulgariplatz ein privat betriebenes Seniorenheim (Sonnenhof Lenaupark) mit 130 Plätzen sowie zwei Standorte der Baureform Wohnstätte für Betreutes Wohnen. Davon sind 44 Wohneinheiten in der Grünen Mitte, weitere 15 Wohneinheiten im Lenaupark.

„Bildungszentrum“ Bulgariplatz

Der Bezirk Bulgariplatz beherbergt nicht nur BFI und Wifi für die Erwachsenenbildung, sondern mit der Berufsschule 3 an der Makartstaße eines der größten Jugendausbildungszentren in der Stadt Linz. 1.670 junge Menschen aus 14 unterschiedlichen Lehrberufen absolvieren hier ihre fachliche Ausbildung.

Pflichtschulen, NMS und AHS

In den Pflichtschulen werden rund 500 Kinder in öffentlichen und 190 Kinder in privaten Volksschulen betreut. Weiters besuchen 310 SchülerInnen öffentliche, 240 SchülerInnen eine privat geführte NMS. 930 Kinder sind an der AHS, dem BRG Hamerlingstraße, eingeschrieben. Der Bedarf an Schulplätzen ist damit weitestgehend gedeckt. Ergänzend dazu soll die NMS Otto-Glöckel-Schule heuer um zwei klassenwertige Räume erweitert werden.

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