Sozialverein VSG: Unverzichtbarer Baustein für das soziale Linz

Vizebürgermeisterin Karin Hörzing

Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte:

Unverzichtbarer Baustein für das soziale Linz

Fundierte Unterstützung für 500 Linzerinnen und Linzer

Der Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte VSG ist ein „Aushängeschild“ im Hinblick auf die berufliche und gesellschaftliche Integration in Linz. Die MitarbeiterInnen des VSG unterstützen Menschen beim Aufbau eines selbstständigen, eigenverantwortlichen Lebens und begleiten sie individuell bei der beruflichen Entwicklung. Angebote für die Aus- und Weiterbildung und die Förderung sozialer Kontakte zählen zu den wesentlichen Schwerpunkten.

„Die Bewältigung der bestehenden gesellschaftlichen Herausforderungen wäre in einer Stadt wie Linz ohne die aktive Mithilfe des VSG nicht möglich. Der kürzlich erschienene Jahresbericht 2018 führt uns die vielfältige und nachhaltige Arbeit des Vereins für ein sozial orientiertes Linz vor Augen. Der VSG ist für die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik in der Stadt Linz zu einem unentbehrlichen Baustein geworden“, weist Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing auf den Stellenwert des VSG im sozialen Gefüge der oberösterreichischen Landeshauptstadt hin.

In den VSG-Aktionsfeldern Ausbildung und Beruf sowie Kinder- und Jugendhilfe erreichte der VSG im Jahr 2018 fast 500 Linzerinnen und Linzer. Im Rahmen der Angebote entwickeln die Beschäftigten mit den TeilnehmerInnen neue Sichtweisen, ein neues Handlungsrepertoire, sowie zukunftsorientierte und nachhaltige Perspektiven für ein selbstgestaltetes, unabhängiges Leben.

Lernzentrum LEARN

2018 nahmen 131 junge Erwachsene die Angebote des Lernzentrums LEARN mit Basisbildung, Pflichtschulabschluss und Vorbereitung auf die Lehre in Anspruch. LEARN unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene beim Nachholen von Bildungsabschlüssen und bietet Basisbildungskurse zur Verbesserung der beruflichen Chancen an. Neben dem positiven Absolvieren der Kurse erfolgten 36 Lehrausbildungen und 29 Pflichtschulabschlüsse.

Innerhalb des Lernzentrums gibt es unterschiedliche Kursangebote, wie beispielsweise LEARN.fit. Dies ist ein Programm, das Training und Praktikum zur Vorbereitung auf die Lehre verbindet. In Zusammenarbeit mit externen Ausbildungsbetrieben erhalten junge Erwachsene (von 16 bis 25 Jahren) die Chance, Trainings in Persönlichkeitsentwicklung, Fächern der Berufsschule und gleichzeitig praktische Fähigkeiten im Hinblick auf die zukünftige Ausbildung zu erwerben. Nach positivem Abschluss des sechsmonatigen dualen Ausbildungsprogrammes steht der Übernahme in ein reguläres Lehrverhältnis nichts im Wege. Jedes Jahr vergibt die Stadt in den städtischen Unternehmungen sowie im Magistrat Linz Arbeits- und Ausbildungsplätze für das Projekt. Auch private Unternehmen beteiligen sich regelmäßig an der Unterstützung für Jugendliche.

Neben LEARN.fit bietet LEARN.klassik eine intensive Lernvorbereitung zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses. Menschen mit speziellen Lernschwächen bietet darüber hinaus LEARN.plus eine noch intensivere und individuellere Prüfungsvorbereitung an.

Berufsorientierung KICK

In der Berufsorientierung KICK schafften alleine im letzten Jahr 45 junge Menschen den Einstieg in Ausbildung und Beruf.

Kick bietet Linzer Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 21 Jahren Unterstützung bei der Suche nach einer Lehrstelle, einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. In der Gruppe und im Einzelcoaching werden persönliche Strategien für die individuelle berufliche Zukunft entwickelt und tatkräftig unterstützt. Jeder KICK-Jugendliche bringt seine individuelle Lebensbiografie vor Kurseintritt mit. Es wurde eine Lehre oder Schule abgebrochen, es existiert ein negativer Pflichtschulabschluss oder es wurde nur die Sonderschule beendet. Dazu kommen noch persönliche Problemlagen der Jugendlichen. Die jungen Menschen sind in beruflicher Hinsicht nicht orientiert, haben keine Berufspraxis und sind aufgrund ihres Alters kaum mobil.
Einige KICK-Jugendliche sind durch ihre Herkunft und Kultur stigmatisiert, andere durch Haft und Vorstrafen, aber auch durch den Konsum von illegalen Substanzen. Der Eintritt in den regulären Arbeits- bzw. Lehrstellenmarkt ist somit erschwert.

Kinder- und Jugendhilfe MOVE

Im letzten Jahr wurden 71 Kinder und Jugendliche und 13 junge Mütter durch die Kinder- und Jugendhilfe MOVE unterstützt.

MOVE begleitet Kinder, Jugendliche und deren Familien beim Aufbau eines selbständigen Lebens. Zu den Zielgruppen des Projekts zählen Kinder und Jugendliche, die erhöhten Belastungen in ihrem familiären und sozialen Umfeld ausgesetzt sind. Ebenfalls deren Eltern (Erziehungsberechtigte), die aufgrund ihrer aktuellen Lebenssituation nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten, ebenso wie minderjährige Mütter in herausfordernden Lebensverhältnissen.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Linz werden für die Betroffenen realisierbare, zukunftsorientierte Ziele erarbeitet und umgesetzt, beispielsweise die Lösung konkreter Problemlagen wie Selbstorganisation, Kommunikationsfähigkeit, Umgang mit Konflikten und Perspektivenentwicklung.

Das Angebot gliedert sich in die Bereiche sozialpädagogische Familienbetreuung, Hortbegleitung und Begleitung junger Mütter. Zusätzlich zur Prozessberatung bietet MOVE ein Ferienprogramm, eine soziale Kompetenz-gruppe, Lernbegleitung, Familiengespräche, den sozialpädagogischen Mittagstisch sowie partizipative Projekte an.

Frauenberatung WOMAN

Zusätzlich fanden 129 Frauen in der Frauenberatung WOMAN durch die Unterstützung der Beraterinnen einen Arbeitsplatz oder starteten eine weiterführende Ausbildung.

Das Angebot von WOMAN umfasst:

  • Jobaquisition: Individualcoaching und aktive Unterstützung
  • Karriereplanung: Erstellen von individuellen Bildungsplänen
  • Auskunft über Leistungen und Ansprüche im Sozial-, Arbeits- und Bildungsbereich
  • Stärkung von Selbstsicherheit und Erweiterung der Handlungsfähigkeit
  • Nutzung der hauseigenen Infrastruktur.

Produktionsschule FACTORY | work.box

2018 nahmen insgesamt 69 junge Erwachsene das Angebot der Produktionsschule FACTORY | work.box in Anspruch. Diese Produktionsschule bietet gemeinsam mit „pro mente OÖ“ Unterstützung für die Begleitung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an. Nach einem Modell aus Dänemark wurde 2001 durch den VSG am Standort Linz erstmals in Österreich eine Produktionsschule gegründet. Jugendliche und junge Erwachsene bis zum vollendeten 21. bzw. bis zum vollendeten 24. Lebensjahr (bei psychosozialen und emotionalen Beeinträchtigungen und sonderpädagogischem Förderbedarf) werden hier aufgenommen.

Herzstück der Factory sind die Werkstätten. Mit den Elementen der Methode des Produktionsunterrichts wird versucht, einen positiven Zugang zu den Bereichen Arbeit, Ausbildung und Lernen herzustellen. Jugendliche und junge Erwachsene können maximal ein Jahr an diesem Programm teilnehmen. Sie erhalten in diesem Zeitraum eine Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes (DLU) vom AMS.

Freiwilligenzentrum ULF

Vom VSG wird auch das Unabhängige Landes-Freiwilligenzentrum ULF koordiniert. Dieses arbeitete mit 1.730 Freiwilligen sowie 489 Organisationen und Initiativen zusammen. Weiters fanden zwölf Workshops für Freiwillige mit insgesamt 219 TeilnehmerInnen und drei Workshops für VertreterInnen von Einsatzstellen mit insgesamt 57 TeilnehmerInnen statt.

Neuer zentraler Standort des VSG an der Glimpfingerstraße

2018 war für den VSG auch in infrastruktureller Hinsicht ein bedeutsames Jahr. Es wurden nämlich die Weichen für die Zusammenfassung der Projekte MOVE, FACTORY, KICK und LEARN am gemeinsamen Standort Glimpfingerstraße 8 gestellt. Dort werden nun verstärkt die Kräfte gebündelt und Synergien genutzt. Mit der Modernisierung der Unterrichts-und Trainingsräume schafft der VSG auch den Anschluss an moderne Formen des Lernens im Zeitalter der Digitalisierung.

Die Einstandsfeier des VSG im neuen Haus Glimpfingerstraße 8 ist für Dienstag, 25. Juni 2019 ab 14 Uhr geplant.

 

VSG-Jahresbericht 2018

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