„Lasse mir nicht vorschreiben, mit wem ich spreche, koche, esse!“


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Zusammenleben beginnt mit dem Zusammenreden

Stadträtin Fechter: „Gutes Zusammenleben in der Stadt im Fokus – lasse mir nicht vorschreiben, mit wem ich spreche, koche, esse!“

Erbost zeigt sich die Integrationsreferentin von Linz, Stadträtin Regina Fechter, heute über die Stoßrichtung eines Berichts über einen von ihr geplanten Kochevent: „Hier sind feige Heckenschützen am Werk, die mein Bemühen um ein gutes Zusammenleben in Linz aus dem Hinterhalt torpedieren wollen“, so die Integrationsstadträtin. „Ich möchte neue Wege gehen, um den Boden, der in unserer Stadt für ein gutes Zusammenleben aller Linzerinnen und Linzer gelegt wurde, weiter zu bestellen. Dazu gehört eine Serie von mir persönlich geplanter Kochevents, denn wie heißt es so schön in Österreich: beim Essen kommen die Leute zusammen!“, erläutert Fechter. Dabei würde jede Nation, die in Linz anzutreffen ist, der Reihe nach vorgestellt, und zwar entsprechend der Größe der jeweiligen Bevölkerungsgruppen. „Dabei ist mir wichtig, dass die positive Betonung der Vielfalt im Vordergrund steht und dass ich so viele Menschen wie möglich erreiche, denn wir wollen auch den Kontakt zur jeweiligen Nachbarschaft herstellen“, erklärt Fechter weiter, weshalb unter anderem auch die Anrainer der Lokale, in denen die einzelnen Events stattfinden, zum gemeinsamen Essen eingeladen würden. „Darum suche ich den Kontakt zu allen Vereinen, die das jeweilige Land in Linz repräsentieren. Wenn sich jemand daran stößt, muss er oder sie meiner Einladung nicht folgen. Aber ich lasse mir nicht vorschreiben, mit wem ich spreche, koche oder esse. Ausgrenzung führt zu Konflikten, nicht zu einem besseren Zusammenleben. Das sei den Kritikern aus dem Hinterhalt, die mir in die Suppe spucken wollten, ins Stammbuch geschrieben“, betont Stadträtin Regina Fechter verärgert.

Ein gemeinsames Kochen, ein Zusammentreffen mit Nachbarn, gemütliche Gespräche über das Leben in Linz und daraus resultierend ein Buch mit köstlichen Rezepten sowie interessanten Geschichten über die in Linz lebenden Nationen – das war die Idee von Regina Fechter. „Beim Essen kommen d`Leit zsamm, heißt es nicht umsonst im Volksmund“, verweist die Integrationsstadträtin auf den Hintergrund ihrer Initiative. Mit Menschen aus Bosnien-Herzegowina, der größten Volksgruppe, hat die Kochserie begonnen, mit den Rumänen wurde sie bereits einmal erfolgreich fortgesetzt. Für Jänner ist geplant, mit der drittgrößten Bevölkerungsgruppe aus einem anderen Land, mit Menschen aus der Türkei zum Kochen und gemeinsamen Genießen einzuladen.

„Wir sind dabei wie immer nach dem gleichen Muster vorgegangen: zuerst Kontaktaufnahme mit allen Vereinen, die es in der jeweiligen Nation gibt. Es ist so bezeichnend wie bedauerlich, dass bei Menschen aus der Türkei eine Differenzierung, ein Auseinanderdividieren verlangt wird“, zeigt sich Fechter von den Angriffen aus dem Hintergrund enttäuscht. „Konflikte in den Herkunftsländern sind mir bewußt, haben aber in Österreich nichts verloren. Wer immer diese Kritik ungenannt äußert, agiert in meinen Augen feige, weil dadurch nicht einmal eine politische Auseinandersetzung möglich wird. Hier werden Menschen diskreditiert, die teilweise seit mehr als 50 Jahren einen konstruktiven Beitrag für das gute Zusammenleben und die positive wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt leisten. Ich beurteile den Beitrag des Kollektivs zu unserer Gemeinschaft und verwehre mich gegen die Diffamierungen aufgrund des Verhaltens Einzelner. Ausgrenzung ist nicht mein Thema, ich stehe für ein Miteinander ALLER Linzerinnen und Linzer, das von Respekt getragen wird – diesen Respekt vermisse ich immer öfter!“, meint Regina Fechter abschließend.

 

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