Investitionen in Ebelsbergs Zukunft


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Neuer Wohnraum für den Linzer Süden

Vor 80 Jahren wurde Ebelsberg in die Stadt Linz eingemeindet und so zu einem neuen Teil der Landeshauptstadt. Seit diesem Zeitpunkt hat sich das Ortsbild vom dörflichen Charakter hin zu einem modernen Stadtteil entwickelt. So hat die Errichtung der Wohnanlagen auf dem Ennsfeld und auf den ehemaligen Kastgründen in den 1990er Jahren einen einwohner- und infrastrukturmäßigen Wachstumsschub ausgelöst. Die damit einhergehende Verlängerung der Straßenbahn bis Pichling rückte den Stadtteil deutlich näher ans Linzer Zentrum.Aktuell stehen für Ebelsberg erneut große Vorhaben auf der Tagesordnung. Durch die künftige Nutzung des Kasernenareals und der angrenzenden Sommergründe können langfristig bis zu 3.000 attraktive und leistbare Wohnungen geschaffen werden, die in eine ausgewogene Infrastruktur von Freizeit-, Geschäfts- und Gewerbeflächen eingebettet sind.

Im Zentrum von Ebelsberg befinden sich derzeit zwei größere Baustellen. Ein Wohnprojekt der GWG Linz für 40 Wohnungen ist bereits im Endausbau. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht ein neues Hotel. Der Ausbau des städtischen Hortes Hauderweg sowie private Projekte ergänzen die aktuellen Bauvorhaben.


Ebelsberg 1992


Ebelsberg 2018

„Der Stadtteil Ebelsberg bietet nicht nur auf dem einstigen Kasernenareal großes Potenzial für künftige Bewohnerinnen und Bewohner. Die aktuellen Bauvorhaben werten den gesamten Stadtteil auf und bieten somit auch der bestehenden Bevölkerung einen attraktiven und modernen Lebensraum“, zeigt sich Bürgermeister Klaus Luger über die neuen Projekte für den Stadtteil erfreut.

„Die weitere Entwicklung von Ebelsberg bedeutet auch, die Notwendigkeit eine neue, effektive und umweltfreundliche Öffi-Lösung zur Anbindung an die Innenstadt zu finden. Die Idee dies mit einer Stadt-Seilbahn umzusetzen ist ein zeitgemäßer Ansatz und Wert weiter verfolgt zu werden“, ist Stadtrat Markus Hein von der Idee überzeugt.

Überblick Bauprojekte Ebelsberg:


Foto: PTU/Pertlwieser

GWG-Wohnanlage: Schlossblick-Ebelsberg

Im Zentrum von Ebelsberg errichtet die GWG Linz aktuell ein neues Wohnhaus, das 40 Mietwohnungen, ebenso viele Tiefgaragenplätze sowie zwei Geschäftslokale beherbergen wird. Mit dem Neubau erhält die Häuserzeile im Bereich der ehemaligen Fleischhauerei Walchshofer (Wiener Straße 479) ein „neues Gesicht“.

Bereits im Juni 2014 ging das Projekt des Linzer Architekten Gerald Anton Steiner bei einem Wettbewerb als Sieger hervor. In der neuen GWG Wohnanlage werden Vierraumwohnungen mit zirka 90, Dreiraumwohnungen mit zirka 75 und Zweiraumwohnungen mit zirka 60 Quadratmetern Wohnnutzfläche angeboten.

Das mit Fernwärme beheizte Projekt wird in Niedrigstenergiebauweise ausgeführt. Die Bauarbeiten starteten im April 2017 und dauern noch bis Mitte 2019. Die Baukosten werden voraussichtlich 5,5 Millionen Euro betragen.


Rendering: Architekt Gerald Anton Steiner

Die zwei großen Innenhöfe bilden kommunikative Zonen und sind straßenseitig mit der Wiener Straße verbunden. So entstehen eine Erweiterung des öffentlichen Raumes und ein zentraler Ort, der zum Treffen und Verweilen einlädt. Darüber hinaus kann der Platz für Aktivitäten wie Veranstaltungen, Märkte oder Feste verwendet werden.

Im Sinne eines „Shared Space” soll Parken direkt vor den Geschäftslokalen möglich sein. Fünf Parkplätze stehen dafür zur Verfügung. Erhöht über dem Erdgeschoß, am Übergang zum Hang, entsteht zudem eine „Spielterrasse“ mit direktem Stiegenaufgang.
Die Architektur des Baukörpers schotet die innenliegenden Bereiche gegen den Verkehrslärm von der Wiener Straße ab. Gleichzeitig bietet das Gebäude offene Räume und ermöglicht so eine gute Belichtung der Innenhöfe und Wohnungen.

Der Rohbau ist nahezu fertiggestellt. Die letzten Estrich- und Putzarbeiten sind derzeit noch im Gange. Etwa 40 Prozent der Fassade erstrahlen bereits im Endausbau. Die Vermarktung der Wohnungen läuft sehr gut. Mehr als die Hälfte der Einheiten ist bereits vermietet.


Der GWG-Neubau passt sich an das bestehende Ortsbild von Ebelsberg an.

„spinnerei designhotel linz“

Am Standort des ehemaligen Ebelsberger Hofes an der Wiener Straße 485 entsteht im Eigentum der Linz Textil Holding bis April 2020 ein neues Hotel. Von den insgesamt 125 Zimmern sind 115 in drei unterschiedlichen Größen für den regulären Hotelbetrieb vorgesehen.

Für Personen, die sich beruflich länger in Linz aufhalten, stehen zehn so genannte long-stay Apartments (34 Quadratmeter groß mit Kitchenette) bereit. Der Gastronomiebereich befindet sich im Erdgeschoß. Neben einem Frühstücks Café und einer Bar wird besonders ein italienisches Restaurant das Ebelsberger Ortszentrum weiter beleben.

Der Neubau mit drei Obergeschoßen und ausgebautem Dachgeschoß weist einen U-förmigen Grundriss auf, der sich entlang der Grundgrenzen einpasst. Sein etwa 350 Quadratmeter großer, begrünter Innenhof bietet Platz für eine Frühstücksterrasse. An der Ostseite des Innenhofes entsteht ein kleiner Wohnturm mit zehn Appartements.


Plan: Architekturbüro 1 ZT GmbH


Rendering: Architekturbüro 1 ZT GmbH

Damit sich die Frontansicht harmonisch in das Ortsbild einfügt, erhält die Fassade eine sorgfältig gestaltete Optik, die das Erscheinungsbild von vier Häusern bietet. Das oberste Geschoß wird flach gedrückt und bleibt so im Straßenraum weitgehend unsichtbar. So entsteht ein abwechslungsreiches Gebäude, das künftig das Zentrum Ebelsbergs maßgeblich mitprägt.


Baustelle Tiefgarage Hotel Ebelsberg

Insgesamt 95 PKW-Parkplätze stehen später für Gäste zur Verfügung. Ein Busparkplatz mit Hotelzugang befindet sich im Innenhof. Die vorhandene Ampel in der Kreuzung Wiener Straße und Marktmühlgasse wird um eine zusätzliche Phase erweitert und ermöglicht so eine gefahrlose Ausfahrt der Fahrzeuge aus dem Hotel auf die Wiener Straße.

Erweiterung Hortgebäude Hauderweg

Zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur im Linzer Süden erfolgt aktuell die Erweiterung und Adaptierung des Kindergartens und Hortes Hauderweg. Bis zum Frühjahr 2020 schafft die Stadt Linz Raum für zusätzliche 70 Hort-, 23 Kindergarten- sowie 20 Krabbelstubenplätze. Nach dem Ausbau werden zirka 360 junge Linzerinnen und Linzer in dem Gebäudekomplex betreut.


Rendering: mia2

Der Zubau für neun Hortgruppen wird nach Plänen der städtischen Immobiliengesellschaft ILG in Holzbauweise errichtet. Er passt sich architektonisch an den bestehenden Kindergarten an. Eine interne Verbindung zwischen Hort und Kindergarten ermöglicht Synergien zwischen beiden Einrichtungen und wirkt – durch die Doppelnutzung der Küche, des Mehrzweckraums und der Spielflächen – platzsparend.

Der Investitionsaufwand für Bau und Einrichtung beträgt mehr als sechs Millionen Euro und macht das Bauvorhaben zum derzeit größten Projekt für die Kinderbetreuung in Linz. Der offizielle Auftakt für das Bauvorhaben erfolgte durch den Spatenstich am 13. September 2018.

Ausbau Strobl-Mühle in der Zielgeraden

Nahezu fertig gestellt sind die Erweiterungsarbeiten an der Strobl-Mühle in Ebelsberg. Der Hauptstandort des Traditionsunternehmens, das sich seit 1875 im Besitz der Familie Strobl befindet, wurde im heurigen Jahr ausgebaut. Es entstanden Reinigungsanlagen für die Getreidesorten sowie neue Silozellen zur Erweiterung der Lagerkapazität. Bis zu 400 verschiedene Getreideverarbeitungsprodukte umfasst das Sortiment der Mühle.

Die Staub-entwicklung beim Abladen der Getreidelieferungen konnte nun ebenfalls reduziert werden. Schalltechnische Aufbauten des auf 25 Meter erhöhten Gebäudes, vermindern eine Lärmbelastung für die Umgebung. Derzeit sind noch die letzten technischen Arbeiten im Innenbereich im Gange.

Neues Mehrparteien-Wohnhaus


Grafik: Architekten Zellinger,Gunhold und Partner

Südöstlich der Strobl-Mühle am Volkenstorferweg ist ein privates Projekt mit insgesamt rund 20 Mietwohnungen geplant. Das von den Architekten Zellinger, Gunhold und Partner entworfene zweistöckige Objekt mit Dachgeschoßwohnung wird auf einer Grundstücksfläche mit 3.600 Quadratmetern errichtet. Das Gebäude umfasst 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen plus eine Dachwohnung. 30 PKW-Abstellplätze sind in der Tiefgarage vorhanden, weitere vier oberirdisch. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Ende 2020 vorgesehen.

Wohnen am ehemaligen Kasernenareal bereits in der Detailplanung


Foto: PTU/Pertlwieser

Im Süden der Landeshauptstadt befindet sich das derzeit größte Stadtentwicklungsprojekt von Linz. Nachdem die Wohnungsgesellschaften WAG, EBS, Neue Heimat und Heimstätte 2015 die Sommer-Gründe nördlich der Kaserne Ebelsberg gekauft hatten, erwarb 2016 die WSF-Privatstiftung der XXXLutz Gruppe das gesamte Areal der ehemaligen Hiller-Kaserne. Alle Projektpartner und die Stadt Linz einigten sich auf die gemeinsame Planung der insgesamt 33 Hektar großen Entwicklungsfläche.

Mit dem 330.000 Quadratmeter großen Gebiet für etwa 3.000 Wohnungen bietet dieses Stadterweiterungsprojekt außergewöhnliche Chancen. Insgesamt legt die Stadt Linz bei der Planung des neuen Stadtteils besonderen Wert auf hochwertige und preisgünstige Wohnungen. Es wird darüber hinaus ein wesentlicher Anteil an Flächen für die Ansiedlung von gewerblichen Betrieben bereitgehalten. Gestaltete Freiflächen und Infrastruktureinrichtungen ergänzen ausgewogen das künftige Gesamtbild.


Entwurf: pixlab Studios

Kooperatives Planungsverfahren

Zur Entwicklung des Areals der früheren „Hiller-Kaserne“ wurde im November 2016 das kooperative Planungsverfahren für den Masterplan Ebelsberg gestartet und Ende Mai 2017 erfolgreich abgeschlossen.

Als Ergebnis liegt ein städtebaulicher Entwurf vor, der zwischen allen Projektpartnern abgestimmt ist und auch in der Öffentlichkeit eine hohe Akzeptanz erreicht hat.

Durch das Engagement aller Beteiligten im Verfahren bietet das Ergebnis die überzeugende Grundlage für ein durchmischtes, alltagstaugliches und lebendiges Stadtviertel in Ebelsberg. Die bereits bestehenden Strukturen werden mit den künftigen Neubauten optimal verbunden.


Entwurf nach dem kooperativen Planungsverfahren / Grafik: Stefan Groh/Planungsteam

Projektvertrag mit vier Entwicklungsphasen:

Zur abgestimmten und koordinierten Umsetzung der Ergebnisse des kooperativen, städtebaulichen Planungsverfahrens wurde im Oktober 2017 eine Vereinbarung im Rahmen eines Projektvertrags geschlossen. Der Vertrag versteht sich als Grundsatzvereinbarung über die weitere Projektentwicklung, die notwendige Qualitätssicherung und über konkrete Wohnungs- und Infrastrukturplanungen des „Hiller-Areals“. Er besteht aus vier Projektphasen.

Phase eins wurde mit dem Ende des kooperativen Planungsverfahrens bereits abgeschlossen. Aktuell befindet sich das Projekt in Phase zwei, wobei hier die Grundlagen für alle baulichen, infrastrukturellen und sozialplanerischen Maßnahmen geschaffen werden.
Die Umsetzung des Stadterweiterungsprojekts erfordert sowohl detaillierte Organisationsabläufe als auch die dafür erforderlichen Raumordnungsverfahren. Phase drei betrifft den Bau der Wohnungen und der Infrastruktur. In der vierten und letzten Phase soll die Besiedelung der Wohnungen, Gewerbeflächen und Infrastruktureinrichtungen erfolgen.

Aktuell ist das Projektteam dabei, die raumordnungsrechtlichen Grundlagen (Flächenwidmungsplan, Bebauungsplan) entsprechend den Ergebnissen des kooperativen Planungsverfahrens zu erstellen. Sobald diese Verfahren abgeschlossen sind, können die ersten Projekte im Areal in Umsetzung gebracht werden. Die Umsetzung des Gesamtprojektes kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Nicht alles lässt sich sofort und gleichzeitig planen und bauen.

Der bisherige Verfahrensverlauf wurde in hohem Maße transparent gestaltet. Neben den bereits im Laufe des Verfahrens bereitgestellten Informationsangeboten bot am 27. Juni 2017 eine groß angelegte Veranstaltung Gelegenheit, der Öffentlichkeit das Gesamtergebnis des kooperativen Verfahrens vorzustellen. Diese Veranstaltung fand bei der Ebelsberger Bevölkerung und vielen weiteren Interessenten großen Anklang. Auch künftig sollen die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger und die entsprechenden Informationsweitergabe in diesem Sinne erfolgen.

Seilbahn als Nahverkehrsmittel der Zukunft

Die Stadt Linz verfolgt die Möglichkeit, den Süden der Landeshauptstadt mit einem neuen öffentlichen Verkehrsmittel zu erschließen. Eine Stadtseilbahn vom Bahnhof Ebelsberg ins voestalpine-Gelände und weiter bis zur neuen Hafencity oder sogar bis zum Pleschinger See in Urfahr wäre eine ernst zu nehmende Alternative zum PKW-Verkehr. Eine Machbarkeitsstudie der Wiener BAUCON ZT GmbH für eine Linzer Stadtseilbahn kam zum Ergebnis, dass mit den bis zu 35 Personen fassenden Kabinen je Fahrtrichtung pro Stunde 5.500 Passagiere befördert werden könnten. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 29 Kilometer pro Stunde. Im Vergleich kann eine Straßenbahn mit einem dichten Fünf Minuten Takt knapp 3.000 Passagiere transportieren.

Als erste Etappe der Seilbahn könnte ein 3,5 Kilometer langer Streckenabschnitt vom Bahnhof Ebelsberg bis zum Werksgelände der voestalpine entstehen. Die Verlängerung um 4,9 Kilometer via Bahnhof Franckstraße soll bis zum Hafen verlaufen. Der dritte und letzte Abschnitt mit einer Länge von 1,7 Kilometer soll bis zum Pleschinger See reichen. Die Planungs- und Bauzeit für den ersten und zweiten Abschnitt beträgt jeweils zirka drei Jahre. Für die letzte Etappe werden zwei Jahre erwartet. Alle Bauabschnitte könnten aber auch parallel abgewickelt werden, das würde zu einer wesentlichen Reduktion der Realisierungszeit führen. Die Kosten für die Dreiseil-Bahn beliefen sich auf insgesamt 280 Millionen Euro.


Den südlichsten Punkt des Seilbahnsystems stellt die Station beim Bahnhof Ebelsberg dar. (Rendering: BAUCON)

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